Flandernblockade und erster Hansetag 1358

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Inszenierung der alten Halle, des Handelsplatzes in Brügge, im Europäischen Hansemuseum. Gezeigt sind nur einige der Waren, die in Brügge gehandelt wurden, darunter Pelze, Tuche und exotische Lebensmittel. Foto: © Europäisches Hansemuseum.

Die Transkription lautet:

Wie raadmanne der stede hebben to samende wesen up dem oversten raadhuse to Lubeke, na Godes bord 1358 jare, in deme Sunte Fabiani unde Sebastiani daghe der hilghen mertelere, unde hebben over eyn ghedraghen unde desse settinghe de hiir nagheschreven steyt ghesat, vaste unde untebroeken to holdende, alse umme mengherleye unrecht unde be[s]warnisse, de deme menen kopmanne menen van Alemanien van der Dudeschen hense ghescheen is in Vlanderen, unde dit to holdende by der pyne unde broeke de hiir na gheschreven is.
Übersetzung:

Wir Ratsmänner der Städte [...] sind im Rathaus zu Lübeck am Tag der Heiligen Fabian und Sebastian [= 20. Januar] des Jahres 1358 nach Christi Geburt zusammen gekommen und sind über die nachfolgend geschriebenen Punkte übereingekommen, dass wir sie stet und unverbrüchlich halten wollen, wegen mancherlei Unrecht und Widrigkeiten, die dem Gemeinen Deutschen Kaufmann der Deutschen Hanse in Flandern geschehen. Und dies wollen wir unter Androhung von Strafe und Strafgeldern einhalten, was hiernach geschrieben steht.

Die 1358 in Lübeck auf dem oberen Rathaus versammelten Ratsherren der (vertretenen wendischen und preußischen) Städte beschließen zusammen die nachfolgend ausgeführten Blockade-Maßnahmen in Reaktion um das Unrecht, das dem gemeinen Kaufmann von der Deutschen Hanse in Flandern geschehen ist. Die Nichteinhaltung der nachfolgenden Beschlüsse wird unter Strafe gestellt.