Dicta Pirmini

Stiftsbibliothek Einsiedeln, Ms. 199 (638), S. 461.

In der um 800 vielleicht in Rätien entstandenen Handschrift ist eine umfangreiche Predigt des hl. Pirmin († um 755) überliefert, die «Dicta Pirmini» bzw. der sogenannte «Scarapsus» («Auszug»).

Pirmin, der «Apostel der Alemannen», stammt vielleicht aus Meaux in Frankreich und wirkt in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts als Klosterbischof an der Gründung der Klöster Reichenau, Murbach (im Elsaß) und Hornbach (bei Zweibrücken, Rheinland-Pfalz), seiner späteren Grablege, mit.

Unterhalb der in roten Majuskeln ausgeführten Überschrift («INCIPIT DICTA ABBATES PRIMINII ...»: Es beginnen die Worte des Abtes Pirmin ...) siehst Du den durch die Initiale F zusätzlich hervorgehobenen Anfang der Predigt mit der Anrede Pirmins an seine geliebten Brüder.
Die Orientierung im Text wird durch Rubrizierung bei Überschrift und Satzanfängen, einen Zierbuchstaben mit für vorkarolingische Handschriften typischen Flechtbandornamenten und wenige Interpunktionszeichen erleichtert.

Charakteristisch ist die Form des a, das aussieht, als sei es aus zwei c zusammengesetzt (daher cc-a genannt). Es kann leicht mit c oder t verwechselt werden, dessen Deckbalken nach links fast bis auf die Grundlinie umgebogen ist.

Gib die e-caudata mit ae wieder. Transkribiere die rubrizierten Buchstaben gross.