Älteste Urkunde von Zürich

Karolingische Privaturkunde. Anfang 9. Jahrhundert. Stiftsarchiv St. Gallen, Urk. I 184.

Unter den 755 im Original oder als frühe Abschrift erhaltenen karolingischen Privaturkunden des Stiftsarchivs St. Gallen befindet sich auch die urkundliche Ersterwähnung von Zürich. Während der Zürichgau bereits um 740 in einer St. Galler Urkunde erstmals aufscheint, wird die spätantike Siedlung an der Limmat nach der Völkerwanderungszeit erst im frühen 9. Jahrhundert (806/07/09/10 April 27) als "königlicher Ort" (vicus publicus) schriftlich genannt.

Der Anlass zum öffentlichen Akt der Urkundenausfertigung in Zürich ist die Übertragung von Gütern eines gewissen Nanzo in Fägswil (heute Ortsteil der Gemeinde Rüti im Kanton Zürich) an das Kloster St. Gallen.

Charakteristisch für alemannische Privaturkunden ist das Breitformat der unregelmässigen Pergamentblätter. Für ihre Archivierung wurden die Urkunden mehrmals gefaltet und mit einem Rückvermerk versehen.

Die Schrift ist eine alemannische Minuskel mit wenigen Ligaturen. Häufig findet sich neben dem unzialen a die offene Form des cc-a.

Am Anfang steht als symbolische Anrufung Christi ein Chrismon, das mit (C) transkribiert wird. Transkribiere e caudata mit ae. Ergänze die Kürzungen.