Afrika im Fokus – Bildbestand der Deutschen Kolonialgesellschaft (DKG)

Archivaufgabe

Screenshot: Dove, Karl: Maharero, Online-Version des Deutschen Kolonial-Lexikons (1920), Universitätsbibliothek Frankfurt a.M. http://www.ub. bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/Lexikon/php/ suche_db.php?suchname=Maharero, [Stand: 1.9.2012]

Das Deutsche Kolonial-Lexikon – Lösung

Das Deutsche Kolonial-Lexikon von 1920 besagt, dass Samuel Maharero von der deutschen Regierungals «Oberhäuptling» aller Herero behandelt worden sei, er aber nicht von allen Herero als solcher anerkannt wurde. Dieses Amt entsprach zudem eher deutschen Vorstellungen als den politischen Institutionen der Herero. Bei der Einschätzung der nicht sehr schmeichelhaften Beschreibung Mahareros ist zu bedenken, dass das Deutsche Kolonial-Lexikon nur gerade 10 Jahre nach dem Kolonialkrieg gegen Herero, Nama und andere Gruppen verfasst worden war.

Maharero hatte anfänglich gute Verbindungen zur deutschen Kolonialadministration. Er erwies sich als guter Bündnispartner und Mittler zur Herero-Gesellschaft. Dies änderte sich aber 1904 beim Ausbruch des Herero-Krieges. Aufgrund der faktischen und symbolischen Entmachtung der Herero, umfassendem Landraub und gewaltsamen Übergriffen auf die Herero-Bevölkerung und Mitglieder von führenden Familien spitzte sich der Konflikt mit den deutschen Siedlern um die Jahrhundertwende zu. Die Chiefs erklärten den Krieg und setzen Maharero als Anführer ein, vermutlich um sich die Option eines Verhandlungsfriedens offen zu halten. Trotz anfänglicher Erfolge unterlagen die Herero schon bald den deutschen Truppen. Während der kriegerischen Auseinandersetzung und einem anschliessenden, geplanten Völkermord wurden grosse Teile der Herero-Bevölkerung getötet. Viele Menschen, unter ihnen Samuel Maharero, flohen in das britische Protektoratsgebiet Betschuanaland.