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Archivaufgabe 1: Schweizer Filmwochenschau

Der Ton der Wochenschau, und das Bild, das sie von der Schweiz zeichnete, blieb über die vielen Jahre ihrer Existenz nicht statisch. Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre begannen verstärkt kritische Töne einzufliessen, wie sich etwa in diesem zynischen Rückblick auf das Jahr 1971 zeigt. Schweizer Filmwochenschau, Kritischer Rückblick auf ein wenig erheiterndes Jahr (1489-1), 31.12.1971, Schweizerisches Bundesarchiv Filmbestand Schweizer Filmwochenschau (1940-1975) J2.143#1996/386#1489-1#1*, Online: Memobase [Stand 11.05.2021].

Konkurrenz durch das Fernsehen und neues Format - Einleitung 1

Mit dem Aufkommen des Fernsehens geriet die Wochenschau verstärkt in Konkurrenz mit dem neuen Medium, insbesondere mit der ab 1953 ausgestrahlten Tagesschau, mit der die Wochenschau bezüglich Aktualität nicht konkurrieren konnte. In der Anfangszeit des Fernsehens konnte die Tagesschau allerdings vor allem in Sachen Bildqualität und filmischem Können nicht mit der Filmwochenschau mithalten. Trotzdem geriet die Wochenschau in den 1960er-Jahren in Bedrängnis, auch am Inhalt wurde seitens der Kinobetreiber immer wieder Kritik laut. Als Resultat wurde die Wochenschau als monothematisches Wochenmagazin neu konzipiert. Vermehrt wurden externe junge Filmschaffende mit der Produktion von Reportagen beauftragt und politisch wich die Mentalität der Geistigen Landesverteidigung kritischeren Tönen. Dies änderte jedoch nichts daran, dass das Fernsehen die Wochenschauen immer mehr obsolet machte, und 1975 erschien die letzte Schweizer Filmwochenschau. Dieses Schicksal teilte sie mit den allermeisten Filmwochenschauen in anderen Ländern, die bis in die 1980er-Jahre praktisch komplett aus den Kinos verschwunden waren.