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Archivaufgabe 1: Schweizer Filmwochenschau

Vertriebssystem

Der Vertrieb der Filmwochenschau funktionierte über Verträge mit den Kinobetreiberverbänden. Dabei bestand von der Gründung weg und während der Kriegsjahre per Bundesratsbeschluss ein Obligatorium für alle Kinobetreiber der Schweiz, die Wochenschau zu kaufen und vorzuführen. Da der Kinobesuch damals ein verhältnismässiges günstiges Vergnügen darstellte, das fast allen Bevölkerungsgruppen offenstand, kann also für diese Jahre davon ausgegangen werden, dass ein Grossteil der Bevölkerung die Wochenschau regelmässig sah und sie so ein weitreichendes gesellschaftliches Wirkungspotenzial in sich trug. Mit dem Ablauf des Obligatoriums Ende 1945 entstanden in der Verbreitung der Wochenschau grosse regionale Unterschiede, da der Deutschschweizer und Tessiner Kinobetreiberverband seine Mitglieder weiterhin verpflichtete, die Wochenschau zu zeigen, während der Westschweizer Verband dies nicht tat. 1946 wurden jeweils 26 deutsche, 2 italienische und 3 französische Kopien in Umlauf gebracht, im Jahr 1950 zeigten nur noch 18 der ca. 150 Kinos in der Westschweiz die Wochenschau.